von Redaktion
Sparen
Ein neuer Duschkopf gehört vermutlich nicht zu den Anschaffungen, bei denen man zuerst an eine Geldanlage denkt. Dabei kann ein Sparduschkopf für wenige Euro die laufenden Wasser- und Energiekosten deutlich senken – und das ganz automatisch bei jeder Dusche.
Das Umweltbundesamt nennt für Sparduschköpfe aktuell sogar ein Sparpotenzial von rund 100 bis 200 Euro Warmwasserkosten pro Person und Jahr.
Doch wie realistisch ist das? Wir rechnen nach.
Was macht ein Sparduschkopf anders?
Ein herkömmlicher Duschkopf lässt vergleichsweise viel Wasser durch. Nach Angaben des Umweltbundesamtes fließen bei klassischen Duschbrausen häufig etwa 12 bis 15 Liter pro Minute. Wassersparende Modelle kommen dagegen mit ungefähr 6 bis 9 Litern pro Minute aus.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt beim Neukauf einen Duschkopf mit einer Durchflussmenge von weniger als 9 Litern pro Minute. Wichtig: Begriffe wie „Eco“ oder „sparsam“ sind allein noch keine Garantie für einen tatsächlich niedrigen Verbrauch. Entscheidend ist die konkrete Literangabe auf der Verpackung.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Es muss nicht nur weniger Wasser bezahlt werden. Vor allem muss auch weniger Wasser erwärmt werden.
Und genau dort steckt häufig der größere Spareffekt.
Beispielrechnung: Von 14 auf 7 Liter pro Minute
Nehmen wir eine Person, die täglich sechs Minuten duscht.
Der bisherige Duschkopf verbraucht: 14 Liter × 6 Minuten = 84 Liter pro Dusche
Ein Sparduschkopf mit 7 Litern pro Minute benötigt dagegen: 7 Liter × 6 Minuten = 42 Liter pro Dusche
Die Ersparnis beträgt somit: 42 Liter pro Dusche
Bei täglichem Duschen ergibt das aufs Jahr gerechnet: 42 Liter × 365 Tage = 15.330 Liter
Das sind rund: 15,3 Kubikmeter Wasser pro Jahr
Allein eine Person kann ihren Wasserverbrauch also um mehr als 15.000 Liter jährlich reduzieren.
Aber Wasser allein ist gar nicht der größte Kostenfaktor
Um die tatsächliche finanzielle Ersparnis zu berechnen, müssen drei Kosten berücksichtigt werden:
- Trinkwasser
- Abwasser
- Energie zur Erwärmung des Wassers
Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt.
Warmes Duschwasser muss beispielsweise mit Gas, Fernwärme, einer Wärmepumpe oder Strom erzeugt werden. Je teurer die Warmwasserbereitung ist, desto stärker lohnt sich der Sparduschkopf.
Eine realistische Beispielrechnung
Angenommen, Trinkwasser und Abwasser kosten zusammen beispielhaft 5 Euro je Kubikmeter.
Bei 15,3 Kubikmetern weniger Verbrauch ergibt das: 15,3 m³ × 5 € = rund 77 € Ersparnis pro Jahr
Hinzu kommen die Energiekosten.
Wer die eingesparten rund 15.000 Liter Wasser nicht mehr von beispielsweise 10 auf ungefähr 38 Grad erwärmen muss, spart rechnerisch rund 500 kWh Wärmeenergie pro Jahr.
Bei beispielhaften Wärmekosten von 12 Cent je kWh wären das weitere: rund 60 Euro
Damit ergibt sich insgesamt eine mögliche Ersparnis von ungefähr: 137 Euro pro Person und Jahr
Bei elektrisch erzeugtem Warmwasser kann die Ersparnis aufgrund höherer Energiekosten noch deutlich größer ausfallen.
Das zeigt auch die Größenordnung des Umweltbundesamtes: Dort wird für einen Sparduschkopf eine mögliche Ersparnis von 100 bis 200 Euro Warmwasserkosten pro Person und Jahr genannt.
Beispiel: Zwei Personen sparen schnell mehr als 200 Euro
Interessant wird die Rechnung besonders in Haushalten mit mehreren Personen.
Angenommen, zwei Personen duschen täglich jeweils etwa sechs Minuten und reduzieren ihren Verbrauch von 14 auf 7 Liter pro Minute.
Dann können theoretisch mehr als 30.000 Liter Wasser pro Jahr eingespart werden.
Selbst wenn die tatsächliche Ersparnis etwas niedriger ausfällt, sind mehrere Hundert Euro pro Jahr für einen Zwei- oder Vierpersonenhaushalt durchaus möglich.
Natürlich hängt das Ergebnis stark vom persönlichen Duschverhalten, den örtlichen Wasserpreisen und der Art der Warmwasserbereitung ab.
So viel kann ein Sparduschkopf ungefähr sparen
| Nutzung | Alter Duschkopf | Sparduschkopf | Wasserersparnis |
| 5 Minuten Duschen | 14 l/min | 7 l/min | 35 Liter |
| 6 Minuten Duschen | 14 l/min | 7 l/min | 42 Liter |
| 8 Minuten Duschen | 14 l/min | 7 l/min | 56 Liter |
| 10 Minuten Duschen | 14 l/min | 7 l/min | 70 Liter |
Wer lange duscht, hat entsprechend ein besonders großes Einsparpotenzial.
Dabei gilt allerdings auch: Ein Sparduschkopf ist kein Freifahrtschein für längere Duschen. Wer nach dem Wechsel statt sechs plötzlich zwölf Minuten unter der Dusche steht, kann den Spareffekt vollständig wieder zunichtemachen.
Wie finde ich heraus, wie viel mein Duschkopf verbraucht?
Dafür braucht man kein Messgerät.
Benötigt werden lediglich ein Eimer und eine Uhr.
Der einfache 30-Sekunden-Test
- Stellen Sie einen ausreichend großen Eimer unter die Dusche.
- Drehen Sie die Dusche so auf, wie Sie normalerweise duschen würden.
- Lassen Sie das Wasser genau 30 Sekunden laufen.
- Messen Sie anschließend die Wassermenge im Eimer.
- Verdoppeln Sie den Wert.
Befinden sich beispielsweise nach 30 Sekunden 7 Liter im Eimer, verbraucht der Duschkopf: 14 Liter pro Minute
Sind es nur 4 Liter, liegt der Verbrauch dagegen bei: 8 Litern pro Minute
Damit wissen Sie innerhalb einer Minute, ob sich ein Austausch überhaupt lohnt.
Ab wann lohnt sich ein Sparduschkopf?
Besonders interessant wird der Wechsel bei älteren Duschköpfen mit 12, 14 oder sogar 15 Litern Durchfluss pro Minute.
Wird beispielsweise von 14 auf 7 Liter reduziert, halbiert sich der Wasserverbrauch beim Duschen praktisch.
Bei einem bereits sparsamen Duschkopf mit 8 oder 9 Litern pro Minute ist das zusätzliche Einsparpotenzial dagegen wesentlich geringer.
Deshalb gilt: Erst messen, dann kaufen.
Was kostet ein guter Sparduschkopf?
Einfache Modelle gibt es bereits für vergleichsweise wenig Geld. Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass wassersparende Lösungen günstig nachgerüstet werden können. Selbst wenn ein hochwertiger Sparduschkopf beispielsweise 30 bis 50 Euro kostet, kann sich die Anschaffung bei hohem bisherigen Wasserverbrauch bereits innerhalb weniger Monate amortisieren. co2online nennt Sparduschköpfe ebenfalls als besonders einfache Sparmaßnahme und beziffert eine mögliche Reduzierung des Wasserverbrauchs auf bis zu etwa 50 Prozent.
Achtung bei Durchlauferhitzern
Einen Sonderfall gibt es bei älteren hydraulischen Durchlauferhitzern. Diese benötigen teilweise einen gewissen Mindestdurchfluss, damit sie überhaupt zuverlässig anspringen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass viele hydraulische Durchlauferhitzer ungefähr 8 Liter Durchfluss pro Minute benötigen. Ein extrem sparsamer Duschkopf kann deshalb dazu führen, dass das Gerät nicht richtig funktioniert oder die Temperatur schwankt. Wer einen älteren Durchlauferhitzer besitzt, sollte deshalb vor dem Kauf prüfen, welche Mindestwassermenge benötigt wird. Bei modernen elektronischen Geräten ist das Problem meist wesentlich geringer.
Noch günstiger: Durchflussbegrenzer
Es muss übrigens nicht zwingend ein komplett neuer Duschkopf sein. Eine weitere Möglichkeit ist ein sogenannter Durchflussbegrenzer oder Mengenregler. Dieser wird beispielsweise zwischen Armatur und Duschschlauch eingesetzt und begrenzt die Wassermenge. Solche Lösungen können bereits wenige Euro kosten. Nach Angaben von co2online lassen sich damit beim Duschen ebenfalls Wasser- und Energiekosten deutlich reduzieren. Wer mit seinem bisherigen Duschkopf zufrieden ist, kann daher zunächst diese besonders günstige Variante ausprobieren.
Hirschzauber-Tipp: Duschkopf einmal selbst messen
Bevor Sie einen neuen Duschkopf kaufen, machen Sie den Eimer-Test.
Liegt der Verbrauch bei:
- 12 bis 15 Litern pro Minute: Ein Wechsel kann sich finanziell sehr schnell lohnen.
- 9 bis 11 Litern pro Minute: Es besteht noch Sparpotenzial, der Effekt fällt aber geringer aus.
- 6 bis 8 Litern pro Minute: Ihr Duschkopf ist bereits ziemlich sparsam. Ein Austausch allein aus Kostengründen dürfte sich kaum lohnen.
Bei einem Neukauf sollte die angegebene Durchflussmenge möglichst unter 9 Litern pro Minute liegen. Diese Größenordnung empfiehlt auch die Verbraucherzentrale.
Ein Sparduschkopf gehört zu den Sparmaßnahmen im Haushalt, bei denen wenig Aufwand auf eine vergleichsweise große Wirkung trifft.
Wer einen alten Duschkopf mit 12 bis 15 Litern Verbrauch pro Minute gegen ein sparsames Modell mit etwa 6 bis 9 Litern austauscht, kann seinen Wasserverbrauch beim Duschen erheblich reduzieren.
Bei täglichem Duschen können dadurch pro Person mehr als 10.000 Liter Wasser im Jahr eingespart werden. Weil gleichzeitig weniger Warmwasser erzeugt werden muss, sinken außerdem die Energiekosten.
Eine jährliche Ersparnis im Bereich von 100 Euro und mehr pro Person ist deshalb unter passenden Voraussetzungen durchaus realistisch; das Umweltbundesamt nennt aktuell eine Größenordnung von 100 bis 200 Euro pro Person und Jahr.
Der beste erste Schritt kostet dabei gar nichts: Eimer nehmen, 30 Sekunden messen und den eigenen Verbrauch ausrechnen.
Wer dabei feststellt, dass noch 12, 14 oder 15 Liter pro Minute durch die Dusche rauschen, dürfte mit einem Sparduschkopf eine der einfachsten Sparmöglichkeiten im gesamten Haushalt gefunden haben.
Hinweis: Dieser Text wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion geprüft.