von Redaktion
Steuern
Warum sie sich fast immer lohnt
Mit dem ersten festen Job beginnt für viele junge Erwachsene ein neuer Lebensabschnitt. Was viele dabei übersehen: Schon im ersten Berufsjahr kann sich eine Steuererklärung finanziell lohnen. Denn häufig wurde über das Jahr mehr Lohnsteuer einbehalten, als tatsächlich fällig war.
Warum solltest du direkt im ersten Berufsjahr eine Steuererklärung machen?
Gerade im Jahr des Berufseinstiegs entstehen oft Situationen, die zu einer Steuererstattung führen:
- Du hast nicht das gesamte Kalenderjahr gearbeitet.
- Es sind Kosten für Bewerbungen oder den Umzug entstanden.
- Du hast Fachliteratur, Arbeitsmittel oder einen Laptop gekauft.
- Du bist für den Job umgezogen oder pendelst regelmäßig.
- Es wurden Fort- oder Weiterbildungen bezahlt.
Da die Lohnsteuer monatlich berechnet wird, berücksichtigt der Arbeitgeber oft nicht, dass dein Jahreseinkommen im ersten Berufsjahr niedriger ausfällt. Die Folge: Du hast möglicherweise zu viel Steuer gezahlt.
Beispiel 1: Berufseinstieg im Juli
Lisa beginnt nach ihrem Studium am 1. Juli ihren ersten Job und verdient 3.000 Euro brutto im Monat.
Obwohl sie nur sechs Monate gearbeitet hat, wird die Lohnsteuer zunächst so berechnet, als würde sie das Gehalt das ganze Jahr über beziehen. Durch das geringere Jahreseinkommen ergibt sich bei der Steuererklärung häufig eine Erstattung von mehreren hundert Euro.
Beispiel 2: Arbeitsmittel und Umzug
Max startet im Januar in seinen ersten Job. Für den Beruf kauft er einen Laptop, einen Schreibtisch und Fachbücher. Außerdem zieht er näher an seinen Arbeitsplatz.
Viele dieser beruflich veranlassten Ausgaben können steuerlich berücksichtigt werden. Dadurch sinkt das zu versteuernde Einkommen und Max erhält einen Teil seiner gezahlten Lohnsteuer zurück.
Welche Kosten kannst du häufig absetzen?
Je nach persönlicher Situation kommen unter anderem infrage:
- Bewerbungskosten
- Fahrtkosten zur Arbeit
- Arbeitsmittel (z. B. Laptop, Bildschirm oder Bürostuhl)
- Fachliteratur
- Fort- und Weiterbildungskosten
- Umzugskosten bei beruflichem Anlass
- Kontoführungsgebühren (Pauschale)
- Homeoffice-Pauschale (wenn die Voraussetzungen erfüllt sind)
Wie viel Geld gibt es zurück?
Die Höhe der Erstattung hängt von Einkommen, Steuerklasse und den absetzbaren Kosten ab. Viele Berufseinsteiger erhalten jedoch mehrere hundert Euro, in manchen Fällen sogar über 1.000 Euro zurück.
Tipp: Fristen nicht verpassen
Für Arbeitnehmer, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, kann sich die Steuererklärung auch noch nachträglich lohnen. In vielen Fällen hast du dafür bis zu vier Jahre Zeit. Trotzdem ist es sinnvoll, die Erklärung möglichst früh einzureichen – so erhältst du deine mögliche Steuererstattung schneller.
Die erste Steuererklärung ist für Berufseinsteiger oft eine der einfachsten Möglichkeiten, Geld zurückzubekommen. Besonders wenn du nicht das gesamte Jahr gearbeitet hast oder berufliche Ausgaben hattest, stehen die Chancen auf eine Erstattung gut. Der Aufwand ist meist überschaubar – der finanzielle Vorteil kann dagegen mehrere hundert Euro betragen. Gerade deshalb lohnt es sich, spätestens im ersten Jahr nach dem Berufseinstieg die erste Steuererklärung einzureichen.